Karin Tag

Merlins Geheimnis

Illustriert von Jutta Wietschorke

AMRA Verlag, 76 Seiten, gro├čformatiger Hardcover

ISBN: 978-3-939373-48-3

16,95 ÔéČ

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Die Feenwesen haben sich zurückgezogen, weil niemand mehr an sie glaubt. Aber wer bringt den Menschen jetzt bei, wieder glücklich zu sein und mit der Natur in Harmonie zu leben?

Leuchtender Weg löschte die Friedenspfeife und sah Merlin fest in die Augen. »Ich bitte dich, den Kindern aller Völker der Erde das Träumen wieder zu ermöglichen. Wenn sie wieder träumen können, werden sie lernen, an die Naturwesen zu glauben. Nur, wenn sie dank ihrer Fantasie lernen, die Bäume lebendig zu sehen, wird die Welt wieder ein Paradies werden.«

Karin Tag, geboren 1969 in Frankfurt/Main, schreibt Bücher und gibt Seminare über indigene Weisheit. Sie gründete den Council of World Elders, der die besten Repräsentanten nativer Völker vereint, die ihr traditionelles Wissen für den Weltfrieden und die Heilung unseres Planeten einsetzen.

Farbig illustrierte Ausgabe!

Leseprobe

INHALT

Vorwort
1 Die Kr├Ąhe Murmur und der schlafende Zauberer
2 Die Zwergenstadt im Inneren der Erde
3 Die Feenk├Ânigin und die Quelle der Weisheit
4 Das Einhorn am Zaubersee
5 Der Flug mit dem Adler um die Erde
6 Die Friedenspfeife des Indianerh├Ąuptlings
7 Der Junge und der Zaubertraum
├ťber die Autorin

Liebe Kinder, liebe Eltern,
sehr oft treffe ich Menschen anderer Kulturen und Volksst├Ąmme. Sie erz├Ąhlen wundervolle Geschichten, die uns viel ├╝ber unsere Erde und unser Leben auf ihr beibringen. Es ist sehr wichtig, dass diese Geschichten ├╝berdauern, denn sie sind ein Teil unserer Vergangenheit und helfen uns, bewusster mit unserer Umwelt umzugehen. Fantasie und Lebensfreude geh├Âren ebenso zu den kreativen Momenten unseres Lebens wie die gelebte Einheit mit der Natur, in der wir uns bewegen. Die Erde zu lieben und zu sch├╝tzen ist dabei unsere wichtigste Aufgabe. In dieser Hinsicht k├Ânnen wir viel von diesen alten V├Âlkern lernen.
Lest so viele B├╝cher wie m├Âglich und helft den Menschen aus anderen Kulturen zu ├╝berleben, denn ihr Wissen sichert unsere Zukunft und die aller Kinder dieser Erde.
Ich danke euch!
Karin Tag

KAPITEL 4: DAS EINHORN AM ZAUBERSEE
Merlin erinnerte sich noch sehr gut an den Weg zum Zaubersee. Er war ihn fr├╝her gern gegangen, denn er f├╝hrte durch ├╝ppige W├Ąlder und bunte Wiesent├Ąler. Das Zauberland der Feen erbl├╝hte immer in den pr├Ąchtigsten Farben. Hier lebten viele Tiere gl├╝cklich und zufrieden, denn die Natur war im Gleichgewicht. Merlin folgte dem vertrauten Pfad durch die Ebenen und kam schlie├člich am Zaubersee an.
Die Wasserfl├Ąche glitzerte hell im Sonnenschein, als er am Ufer Rast machte. Das Einhorn war ein scheues Tier, und der Zauberer war sich nicht sicher, ob es sich an ihn erinnerte. Auch wenn es im Feenland nichts zu bef├╝rchten hatte, war es doch das Letzte seiner Art, und so war es schwierig, das Einhorn zu Gesicht zu bekommen.
Merlin setzte sich also ans Seeufer und betrachtete die alten B├Ąume, die um den See herum standen. Es waren prachtvolle B├Ąume, sicherlich viele hundert Jahre alt. Er erinnerte sich, dass die B├Ąume sprechen konnten, aber das taten sie nur, wenn sie der Meinung waren, dass es sich auch lohnte. Und sie waren lustige Gesellen. Nicht so, wie die B├Ąume oben im Menschenreich. Sie standen nicht nur einfach still auf einer Stelle, sondern konnten in Windeseile ihren Standort wechseln.
Und genau das taten sie in diesem Augenblick.
Merlin bemerkte, dass immer dann, wenn er nicht hinsah, einer der B├Ąume mit den Zweigen raschelte ... und ehe er sich umdrehen konnte, war der Baum einfach verschwunden. Aber er kannte dieses Versteckspiel von fr├╝her und wusste genau, was zu tun war. Er legte sich ins dichte Gras zwischen die bunten Blumen und ignorierte die B├Ąume einfach. Sie waren sehr neugierig und w├╝rden schon von ganz allein n├Ąher kommen. Er tat so, als betrachte er den Himmel und kaute auf einem Grashalm herum. Er verschr├Ąnkte die Arme hinter seinem Kopf und wartete so eine Weile.
Da, pl├Âtzlich, raschelte es dicht hinter ihm! Merlin wusste, dass er sich jetzt nicht bewegen durfte. W├╝rde er sich aufrichten und umdrehen, w├Ąre der Baum schnell wieder weg. Also blieb er regungslos.
Nun begann ein Hin- und Hergeraschel der feinsten Art. Die drei gr├Â├čten B├Ąume waren schon ganz nahe gekommen und versuchten mit allen Tricks, den Zauberer dazu zu bringen, sich nach ihnen umzusehen, um dann schnell vor seinen Blicken verschwinden zu k├Ânnen. Doch Merlin r├╝hrte sich nicht. Er schloss die Augen und tat so, als w├╝rde er schlafen. Immer n├Ąher kamen die B├Ąume und raschelten mit ihren Zweigen. Nur allzu gern wollten sie den Zauberer necken und ihr Versteckspiel mit ihm treiben. Merlin wusste, dass er die B├Ąume nur zum Sprechen bringen konnte, wenn ihnen der Scherz misslang, denn dann lohnte es sich f├╝r sie ÔÇô dann w├╝rden sie geh├Ârig neugierig auf ihn sein.
Das Geraschel der ├äste wurde immer heftiger ÔÇô und pl├Âtzlich wurde es still.
Vorsichtig ├Âffnete der Zauberer die Augen und sah in das holzige Gesicht eines Baumes, der sich ├╝ber ihn neigte. Der Baum war so erschrocken, weil der Zauberer ihn anblickte, dass er vor Schreck ausrief: ┬╗Huch! Waldo, Waldo, der schl├Ąft ja gar nicht!┬ź Und einer seiner Baumfreunde antwortete: ┬╗Stimmt, Borki, der hat uns voll ausgetrickst!┬ź
Da lachten die beiden B├Ąume laut, und auch der dritte Baumfreund meldete sich zu Wort: ┬╗Du hast uns ganz sch├Ân reingelegt, Fremder! Borki, warum bist du nur so nah an ihn rangegangen?┬ź Worauf der erste Baum lachend erwiderte: ┬╗Ach, Weidi! Er kam mir irgendwie bekannt vor, und deshalb wollte ich ihn mir aus der N├Ąhe ansehen. Woher h├Ątte ich denn wissen sollen, dass er wei├č, dass wir uns bewegen k├Ânnen?┬ź
Merlin hatte erreicht, was er beabsichtigte. Die B├Ąume sprachen, und jetzt war es nicht mehr schwer, sich mit ihnen zu unterhalten, denn ihre Neugier war viel zu gro├č, um einfach sang- und klanglos wieder zu verschwinden. (...)
Geduldig wartete Merlin eine Weile, ob das Einhorn sich nun zeigte. Und pl├Âtzlich geschah etwas, was er zuletzt vor langer Zeit erlebt hatte. Auf der Wiese sprossen Tausende von bunten Blumen aus der Erde. ├ťberall reckten zahllose Bl├╝ten ihre K├Âpfe zwischen den Gr├Ąsern hervor und erstrahlten in den herrlichsten Farben.
Dann kam Luna, das Einhorn, auf die Wiese getrabt ... und ├╝berall, wo sie ihre Einhornhufe hinsetzte, bl├╝hten gelbe Kelchblumen auf, die wundersch├Ân leuchteten und s├╝├č nach Honig dufteten. Bei jedem Schritt, den das Einhorn auf den Zauberer zukam, klingelten Glockenbl├╝mchen in einem feinen, zauberhaften Ton.
Luna war nicht viel gewachsen, seit Merlin sie das letzte Mal gesehen hatte. Einh├Ârner werden viele Hunderte von Jahren alt, und Luna war das j├╝ngste Einhorn, das er kannte. Aber es war von allen das sch├Ânste. Ein schneewei├čes Horn schm├╝ckte ihre feine Stirn, und ihr Fell gl├Ąnzte silbrig, als sie anmutig einen Huf vor den anderen setzte. (...)
Merlin bewegte sich nicht, um das Einhorn nicht zu erschrecken. Seine Sorge war unbegr├╝ndet, denn Luna konnte sich sehr gut an Merlin, den Zauberer, erinnern. Einh├Ârner haben ein hervorragendes Ged├Ąchtnis und vergessen niemals ihre Freunde. Und so trat es ganz dicht an Merlin heran und schnaubte leise zur Begr├╝├čung.
Merlin streichelte sanft Lunas Stirn unterhalb ihres Zauberhorns und sagte erst einmal gar nichts. Auf der anderen Seite des Sees waren Waldo, Borki und Weidi wieder aufgetaucht und beobachteten das Geschehen schweigend und mit einem breiten Grinsen.
Da, pl├Âtzlich, sprach das Einhorn Luna: ┬╗Ach, Merlin, es ist so sch├Ân, dich zu sehen. Ich dachte schon, die Welt h├Ątte mich g├Ąnzlich vergessen.┬ź Sie g├Ąhnte ausgiebig. ┬╗Ich bin sehr m├╝de geworden in letzter Zeit, und es ist mir, als m├╝sste ich endlos schlafen.┬ź
┬╗Ich verstehe dich, Luna┬ź, entgegnete der Zauberer. ┬╗Auch ich habe viele Jahrhunderte lang geschlafen. Doch ein kleines Kr├Ąhenm├Ądchen hat mich geweckt und mir berichtet, dass die Menschen die Natur vergessen haben. Nicht nur das, sie haben auch die Zauberer, Feen, Zwerge und selbst die Einh├Ârner vergessen. Sie leben nicht mehr nach den Regeln der Natur und zerst├Âren mit Schmutz das Leben auf der Erde. Wir m├╝ssen dringend etwas unternehmen.┬ź Seine Miene wurde ernst. ┬╗Feenk├Ânigin Linda hat mich zu dir geschickt. Sie hat vom Wasser der Weisheit getrunken und meint, du w├╝sstest, was zu tun ist.┬ź
Luna blickte den Zauberer liebevoll an. ┬╗Merlin, wir Einh├Ârner sind f├╝r die Erf├╝llung der W├╝nsche geboren. Wir erf├╝llen die W├╝nsche aller Wesen der Erde, aber nur dann, wenn sie dem Guten dienen. Schon lange tr├Ąumen die Menschen nicht mehr gute Tr├Ąume. Sie w├╝nschen sich nur noch Geld und Macht. Sie sprechen nicht mehr mit den Tieren, und sie tr├Ąumen auch nicht mehr von Einh├Ârnern.
Es gibt noch einige Indianer, die an die Kr├Ąfte der Natur glauben. Sie sprechen weiter mit den B├Ąumen, und sie heiligen die Elemente der Erde mit ihren Gebeten. Sie singen mit dem Herzen und lieben den Planeten Erde. Aber es sind nur wenige, die an die alten Weisheiten glauben, und ihre Ges├Ąnge sind der Grund, weshalb ich noch nicht g├Ąnzlich in den Schlaf gesunken bin. Sie haben gute W├╝nsche f├╝r die Gesundheit der Erde und f├╝r alles Leben auf dem Planeten. Doch unter den Indianern kennen nicht viele die Geschichte der Einh├Ârner, und so reicht meine Zauberkraft nicht aus, um ihre W├╝nsche zu erf├╝llen.
Es gibt niemanden mehr, der den Menschen die Erinnerung an die Zauberer und Zwerge und die Feen und Einh├Ârner zur├╝ckbringt. Wir fallen immer mehr in den Schlaf des Vergessens.┬ź Das Einhorn blickte tief in Merlins Augen. ┬╗Du hast vollkommen recht, Merlin, mein gro├čer Freund! Wir m├╝ssen wahrhaftig etwas unternehmen!┬ź
Merlin nickte und blickte das Einhorn aufmerksam an. Er sp├╝rte, dass Luna noch etwas auf dem Herzen hatte, etwas sagen wollte, was ihnen vielleicht helfen konnte. (...)

Dateien

Merlin mit Prinzessin
Merlin auf dem Adler
Merlin und das tr├Ąumende Kind

Über den Autor:

Karin Tag

Karin Tag, geboren 1969 in Frankfurt am Main, Buchautorin und Dozentin, ist Gründerin und Präsidentin des Council of World Elders (COWE), der die besten Repräsentanten nativer Völker vereint, die ihr traditionelles Wissen für den Weltfrieden und die Heilung unseres Planeten einsetzen und weitergeben. Mitglieder dieses Councils sind u.a. Expräsident Joachim Chissano von Mosambik, König Togbui Céphas Bansah, König von Hohe Gbi Traditional Ghana, und König Togbui Agboli Agokoli IV, König von Notsé Togo. Renommierte Persönlichkeiten wie Nina Hagen und Harald Glööckler unterstützen die Kampagnen des COWE.

Auf ethnopolitischer Ebene wurde Karin Tag mehrfach ausgezeichnet für ihr internationales Engagement zur Völkerverständigung zwischen ethnischen Volksgruppen. Als Präsidentin des Council of World Elders organisiert sie weltweit Kongresse und Konferenzen, die sich zukunftsorientiert der Entwicklung neuer Lösungswege in Bezug auf erneuerbare Energien sowie der ethnischen und umweltbewusstseinsprägenden Bildung in allen Volksgruppen widmen. Als Referentin für internationale Kulturprojekte setzt sie sich für den Erhalt kultureller Güter und Werte ein und unterstützt die Gründung von Schulen und Bildungszentren. 2009 etablierte sie ein privates Museum für ethnische Kulturkunst und erhält dafür seitdem wertvolle Exponate aus verschiedenen ethnischen Volksgruppen.

Seit Jahrzehnten engagiert sie sich ehrenamtlich für diverse Umweltschutzorganisationen und in humanitären Hilfsprojekten. Besondere Anerkennung wurde ihr durch den Beitritt verschiedener Ältester unterschiedlicher ethnischer Volksgruppierungen in den Council of World Elders zuteil. Weitere Ehrungen nativer Völker erhielt sie innerhalb der letzten Jahre für ihr völkerverbindendes und friedensstiftendes politisches Engagement, darunter eine Auszeichnung Seiner Majestät König Togbui Ngoryifia Céphas Kosi Bansah, König von Hohoe Gbi Traditional Ghana, für ihren humanitären Einsatz in Afrika. Sie wurde zum königlichen Attaché für das Königreich Hohoe Ghana ernannt.

Ihr engagierter Einsatz für Völkerverständigung und den Frieden auf der Welt ist stets religionsneutral. Ihre Bücher und Seminare widmet sie Themen wie Umweltbewusstsein, Spiritualität und Lebenshilfe. Mit renommierten Persönlichkeiten der Öffentlichkeit leitet sie immer wieder Kampagnen zum Schutz indigener Volksstämme. Auch national setzt sie sich für Umweltschutz- und Hilfsprojekte ein.

Webseite von Karin Tag
Webseite des Council of World Elders



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