AUS DEM INHALTSVERZEICHNIS
Gesetzmäßigkeiten der Reinkarnation • Reinkarnation und Kirche • Karma und Schicksal • Religion und Konfession • Glaube • Religionen und Glaubensrichtungen • Die Kirche und das geistige Reich • Atheismus • Aberglaube und Spuk • Dogmen, Riten und Gebräuche • Religion und Wissenschaft • Spiritualismus etc.
WAS BEDEUTET REINKARNATION?
Gemeint ist damit die »Wiedereinkörperung«. Darunter versteht man die Lehre von der mehrfachen Wiederverkörperung der Seele in immer neuen Erdenleibern zum Zwecke immer größerer Vervollkommnung. Euer Philosoph Schopenhauer nannte diese Überzeugung den »tröstlichen Urglauben der Menschheit«. Nun, es gibt Menschen, die alles, was sie nicht begreifen können, mit dem Wort »unmöglich’« abtun. Vor dem Wort »unmöglich« muss man sich allerdings sehr hüten, denn dadurch wird die Wahrheit dem Verstand entzogen.
Früher hat man es beispielsweise für unmöglich gehalten, dass Meteoriten vom Himmel fallen. Man sagte sich, im Himmel gibt es keine Steine, darum ist das einfach unmöglich.
Edisons Grammophon wurde abgelehnt, weil berühmte Wissenschaftler es für Bauchrednerei hielten. Ebenso wurde die Eisenbahn abgelehnt, sie wurde für unmöglich gehalten. Als Graf Zeppelin sein Luftschiff bauen wollte, erklärte man ihn für verrückt, weil es einfach eine Unmöglichkeit sei, so etwas zu bauen. Solche Beispiele lassen sich endlos fortsetzen.
Der Wissenschaftler Heisenberg hat bewiesen, dass es kein unmöglich gibt. Unmöglich erscheinen uns alle Dinge, für die wir keine Erklärung haben. Sobald man eine solche Erklärung zur Hand hat, hört das »unmöglich« auf und löst sich in der Wissenschaft auf, wird ein Teil von ihr. Genauso ist es mit der Reinkarnation. Die Wissenschaft hat keine plausible Erklärung für dieses Geschehen, aber deshalb ist Reinkarnation nicht unmöglich. Heutige Forschungen deuten auf Reinkarnation hin. Wenn man sie anders deutet, so liegt das an denselben Gründen, mit denen man schon früher das Ungewöhnliche für unmöglich erklärt hat.
Gott, der Schöpfer, schafft nicht so großartige Dinge, damit sie der absoluten Vernichtung anheimfallen. Deshalb ist es undenkbar, dass Gott ein so begabtes und kompliziertes Wesen, wie es der Mensch darstellt, den körperlichen Tod nicht überleben lässt. Dass wir die Seele mit unseren körperlichen Augen nicht sehen können, ist kein Beweis, dass es keine Wiederverkörperung gibt.
Die Wiedereinkörperung der Seele lässt sich bei Kleinkindern besonders gut beobachten. Wir brauchen dazu keine Fälle, wo Menschen ihre Umwelt plötzlich wiedererkennen. Es wäre unmöglich, dass Kleinkinder sich so schnell in einer so hoch entwickelten Welt und Gesellschaft zurechtfinden könnten, wenn sie nicht intuitiv über Fragmente verfügen, die im Bewusstsein schlummern, aber hin und wieder zur Erinnerung kommen und ein richtiges Verhalten auslösen. Die sogenannten Archetypenträume, also Träume, die weit in die Vergangenheit zurückreichen, sind ebenfalls ein Beweis dafür, dass die Lehre von der Wiedergeburt stimmt.
Der Begriff Religion ist sehr umstritten. Darum gibt es auch so viele umstrittene Glaubenslehren. Könnt Ihr uns den Begriff Religion noch etwas besser beschreiben?
Religion ist eigentlich keine Lehre, sondern ein starkes Gefühl der Verehrung und Achtung, das man für den großen Informator hat. Glaubenslehren sind dazu da, den Weg zu Gott aufzuzeigen und zu lehren, was man tun muss, um dieses Ziel zu erreichen. Darum sind die Glaubensrichtungen auch so unterschiedlich. Es ist wichtig zu erkunden, welche Glaubensrichtung für den Einzelnen wichtig ist. Es ist nicht gesagt, dass jede Glaubensrichtung für alle Menschen gültig ist. Der Mensch muss erkennen, was er für richtig und logisch hält. Was für den einen brauchbar ist, kann für den anderen falsch sein. Es ist daher wichtig, dass man nicht einseitig bleibt, sondern möglichst viel erkundet. Aus der positiven Geistigen Welt können alle Glaubensrichtungen ihre Wahrheit beziehen. Der Spiritualismus ist immer ein Kontakt zur Geistigen Welt. Fast alle Glaubensrichtungen haben ein gemeinsames Ziel, sie wollen die Menschen in die göttlichen Sphären führen. Die Wege sind jedoch grundverschieden.
Der Spiritualismus kennt nur einen einzigen Weg, der tatsächlich zu Gott führt, und das ist der Dienst am Menschen, an der Menschheit. Der Dienst an der Menschheit ist die einzige wahre Religion, denn sie führt zu Gott. Nur wer den Dienst an der Menschheit vollzieht, hat den richtigen Weg eingeschlagen. Dieser Dienst ist ein göttliches Naturgesetz, denn der Mensch kann nur in Gemeinschaft leben und existieren. Es ist unmöglich, dass der Mensch ohne die Gesellschaft vorwärtskommt. Deshalb sind alle kirchlichen Dogmen sinnlos, wenn es sich dabei nicht um den Dienst an der Menschheit handelt. Wer diesen Dienst ablehnt oder missbilligt, der wendet sich der Dämonie zu, der Vernichtung.
Religion ist Andacht, das heißt Gottesverehrung! Aber diese Begriffe werden falsch ausgelegt. Es soll nicht heißen, dass man Gott etwas vorjammert oder dass man ihn vermenschlicht. Es sollen keine Phrasen heruntergedroschen werden, keine Lippenbekenntnisse abgelegt. Auch sollen die Menschen vor Gott keine Angst haben, weil sie wissen, dass sie Fehler begehen. Das ist menschlich. Religion ist das Bewusstsein, einer menschlichen Gemeinschaft anzugehören, die keine Unterschiede kennt, weder durch Rassen noch durch Staatsangehörigkeiten. Wer sich in dieser Gesamtheit der Menschen wohl fühlt, mitten darin, der hat einen Teil von wahrer Religion bereits erfasst. Nehmen wir an, ein amerikanischer Millionär ist am Ertrinken und ein bettelarmer Asiat rettet ihn. Das ist der Anfang von Religion.